Home Medienecho commentary essay Radiobeitrag im MDR1 am 22.11.2010

Radiobeitrag im MDR1 am 22.11.2010

Am 22.11.2010 hat der MDR (Mittelsächsischer Rundfunk) das Thema "Stadtmauerdurchbruch" zum wieder aufgenommen und den folgenden Beitrag ausgestrahlt:

appendixes for research papers

Achtung:

Der Beitrag ist auf Grund gesetzlicher Vorschriften nur 7 Tage, also bis inkl. 29.11.2010, online verfügbar.

Deshalb hier das Sendemanuskript MDR Radio Sachsen vom 22.11.2010, 18:42 Uhr

Rüdiger Wirth ist sauer. Er betrachtet mehrere Photos von der Freiberger Stadtmauer. Sie stammen vom Freitag. Auf denen sieht er Baulaster, einen Bagger und eine provisorische Asphaltstrasse, die direkt auf die Stadtmauer zuführt. Genau dorthin, wo bald ein 7m breites und bis zu 4,5m hohes Loch gebaggert werden soll. Das wollte er eigentlich verhindern.

Wir finden es nicht gut, dass ein ca. 700Jahre alte Stadtmauer für eine Parkhauseinfahrt durchbrochen wird, da es für die Zufahrt und Ausfahrt des Parkhauses Alternativen gegeben hätte. Wir kritisieren erstens den Durchbruch an sich und zweitens die Informationspolitik. Rüdiger Wirth glaubt, die Stadt will Tatsachen schaffen und läßt ihn und die anderen Gegner des Bauprojektes im Dunkeln. Obwohl Wirth ein neues Parkhaus in der Fischerstrasse prinzipiell befürwortet, aber muß den die Zufahrt durch die Stadtmauer gehen? Sie muß, sagt Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter: Wir haben eine umfangreiche Standortuntersuchung vorgenommen und im Ergebnis war das Parkhaus Fischerstrasse ein privilegierter Standort. Wir erhoffen uns von dem Neubau des Parkhauses Fischerstrasse, dass wir damit dann das Parkplatzproblem in Freiberg endgültig lösen. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir ein Stück Kulturgut mit angreifen, haben deshalb die Zufahrtsmöglichkeiten umfangreich untersucht, haben feststellen müssen, dass es die einzig machbare Zufahrt ist. Die Reste der Mauer links und rechts der Zufahrt sollen grundhaft saniert und in ihren Ausgangszustand zurückversetzt werden. Mauerfläche gegen Mauerzustand- ein fairer Tausch? Die Freiberger sind geteilter Meinung: Passant 1 Ich finde diese Mauer nicht erhaltenswert. Die ist nicht mehr im Originalzustand und ich hoffe, die wird nach dem Neubau besser als jetzt. Passant 2 Ich unterstütze das, ja. Die Lösung für Freiberg, wenn die Innenstadt entlastet wird mit der Parkerei. Das würde schon was bringen. Passant(in) 3 Ich finde es nicht ob, dass da die Mauer eingerissen wird, weil es ja das letzte Stück Stadtmauer noch ist. Ich finde, da sollten sie irgend eine andere Lösung dafür finden. Dafür ist es zu spät. Noch in dieser Woche soll die Mauer aufgebrochen werden. Rüdiger Wirth kann nur noch zuschauen und wird wohl noch viele Photos von der Stadtmauer machen.

Aktualisiert (Samstag, den 04. Dezember 2010 um 19:29 Uhr)