Home Aktuelles Vergabe der Planungsleistungen 3-9 Neubau SBM - 1. Aktualisierung

Vergabe der Planungsleistungen 3-9 Neubau SBM - 1. Aktualisierung

 

In der Stadtratssitzung vom 07. Dez. 2017 wurden nun die Planungsleistungen 3 - 9 für den umstrittenen Neubau am Stadt- und Bergbaumuseum an dasjenige Planungsbüro + beratenden Architekten vergeben, das schon in der FP- Meldung vom 14. Juli  2017  mit Nachdruck darauf öffentlich "gehofft" hatte!? Warum diese Entscheidung des Stadtrates in Freiberg niemanden mehr wundert, dürfte allen Lesern klar sein.

 

Die Stadt Freiberg verfolgt seit vielen Jahren sowohl ihnhaltlich als auch baulich eine neue Museumskonzeption. Nicht selten wurde das Thema immer wieder von der Tagesordnung der Regionalpolitik genommen. 2015 wurde mit einem Fahrstuhlanbau am Westgiebel des Stadt- und Bergbaumuseums begonnen. Für den geplanten neuen Zwischenbau, der als Eingangsbereich die Häuser "Am Dom 1" und "Am Dom 2" verbinden sollte, wurden umfangreiche Variantenuntersuchungen von einem Freiberger Planungsbüro angestellt. Mit dem geplanten Museumsanbau nahm die Stadt an dem Landesprogramm "Ab in die Mitte" ohne Erfolg teil. Ausschreibungen für diese Leistungen gab es nicht. 2016 wurde das Landesamt für Denkmalpflege in Dresden mit ersten Visualisierungen konfrontiert. Aus dem geplanten Verbindungsbau wurde plötzlich ein Zwischenbau. Die dem Museum als Depot dienenden originalen spätgotischen Domherrenhäuser "am Dom 2 + 3" sollten plötzlich lt. "Mittelfristigen Investitionsplan" der Stadt an die "städtische Tochter" SWG für 350000,- verkauft werden. Für Wohnungen oder Büros sind jedoch beide Häuser denkbar ungeeignet. Obwohl die Sächsische Gemeindeordnung (§11, Abs. 2) vorsieht, daß Planungen, die u.a. für die kulturelle Entwicklung bedeutsam sind, den Einwohnern frühzeitig und umfassend bekannt zu geben sind, gab es bis zum Baubeschluß im Stadtrat keinerlei detaillierte Visualisierungen. Diese Vorgehensweise ist seit der Unterbindung der Veröffentlichung von Beschlußvorlagen für den Stadtrat typisch für die derzeitige Politik. Auch für den Kreistag gibt es entsprechende Verordnungen. Zurwiderhandlungen, z.B wenn Informationen vorab an die Öffentlichkeit gelangen, werden besonders in Freiberg lt. Geschäftsordnung geahndet. Auch dies konnte man schon in der Freien Presse nachlesen. Der Freiberger Altertumsverein, der mit dem Aufbau der Sammlungen im 19. jahrhundert und dem Museumsumbau 1903 engstens verbunden ist, wurde in keinerlei Planungen einbezogen. Obwohl sich dies gehört hätte, wurde auf konstruktive Ideen verzichtet. Für beide Domherrenhäuser hätte es gute inhaltliche Ideen gegeben.

Der Freiberger Altertumsverein bat in einem "Offenen Brief" die Stadtverwaltung und die Stadträte im November 2016 nachdrücklich, auf einen Verkauf der beiden Domherrenhäuser zu verzichten, um sich nicht für alle Zukunft die Erweiterung des Museums zu verbauen. In diesem Sinne äußerte sich auch der bekannte Denkmalpfleger Dr. Heinrich Douffet, der Fremdenverkehrsverein der Stadt, die Landeskonservatorin von Sachsen, Frau Prof. Dr. R. Pohlack, der bekannte Historiker Prof. Dr. H. Magirius u.a. Um eine höchstmögliche Qualität und die beste Lösung für den Neubau zu erlangen, wurde ein deutschlandweiter Architektenwettbewerb vorgeschlagen. Die Architektenkammer von Sachsen favorisierte öffentlich (FP- Ausgabe vom 20.07.2017) ebenfalls  solch ein Vorgehen auch um Vergabefehler zu vermeiden. Die Stadt lehnte dies unter einem fragwürdigem Kostenvorwand ab. Von der Architektenkammer Sachsen wurden für solche einen Wettbewerb ganz andere Zahlen genannt.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. bat die Stadt angesichts der kunsthistorischen Bedeutung des Ensembles ausdrücklich um höchste Sensibilität bezüglich jeden Eingriffs durch zeitgenössige Architektur. Domkantor und Kultursenator Albrecht Koch und weitere Bürger äußerten sich ebenfalls kritisch zu den Neubauplänen. Der planende Architekt Benedix äußerte sich kritisch zu dem bestehenden Fahrstuhlanbau. Ohne ihn wäre eine bessere Komplettlösung möglich gewesen. Anhand dieser Aussagen offenbart sich die generelle fehlerhafte Gesamtplanung des Projektes. Bezeichnend ist die Aussage, es wird so gebaut, wie vorgestellt oder gar nicht.

Angeblich sollten die Planungen für das äußere Erscheinunsbild des Neubau überarbeitet werden. Bis heute gibt es dafür keinerlei aktuelle Informationen.

Letztendlich bleibt die Frage: WEM GEHÖRT DIE STADT?

 

PS. Vielleicht trugen auch solche Vorgänge in der Regionalpolitik zum letzten Wahlergebnis bei.

 

 

 

 

Aktualisiert (Sonntag, den 07. Januar 2018 um 11:21 Uhr)

 

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